…noch ein Türchen…

Ihr Lieben!

Der hörbare Südsehen Adventskalender nimmt seinen Lauf – wie versprochen, jeden Tag öffnet ein Türchen…

An dieser Stelle muss ich etwas kleinlaut gestehen, dass ich alle Türchen auf einmal geöffnet habe und das sogar noch vor dem ersten Dezember…!🙈

aber glaubt mir, mit einem Schokoladenkalender würde das nicht passieren! ..da kann ich sehr geduldig sein und auch schon mal ein Türchen vergessen.

…also ich werde das zeitlich nicht hinbekommen euch die Türchen täglich zu verlinken, aber ab und zu mal eines, das klappt!

Heute zum Beispiel.
Heute wäre die Gelegenheit, eine Stimme zu hören, die ich sehr mag…! Ja, Der Text ist schon ein bisschen traurig…

mehr verrate ich nicht.

Außer vielleicht noch, dass ich vorhabe, den Besitzer dieser Stimme zu fragen, ob er möglicherweise mal einen von meinen Texten einsprechen würde. Da müsse ich mir allerdings was einfallen lassen, habe ich gehört – manche Schauspieler lesen nicht so gerne..

Hier geht’s zum Hörfenster –

Viel Vergnügen wünscht euch

Simone Lucia

…Hörbarer Adventskalender…

Hallo ihr lieben, die ihr durch das Adventsgestöber der virtuellen Blogstraßen täglich oder nächtlich streift…!

Wer an diesem Schaufenster stehen bleibt, könnte heute schon das erste Türchen eines hörbaren Adventskalenders öffnen..😊

Mit dem Theater Südsehen veranstalten wir normalerweise ab Ende Oktober, durch den November und den ganzen Advent verschiedenste Lesungen im Geburtshaus von Karl Valentin… (in der Zeppelinstraße in München)

Aus der Leserpost ging hervor, dass einige unserer Stammgäste die Lesereihe wirklich vermissen. Daher die Überlegung eines kleinen Trostpflasters: der Adventskalender – jeden Tag ein bisschen Südsehen Ensemble zum anhören –

Mit den Stimmen von Ulrike Dostal, Robert Ludewig, Mitzi Irsaj, Thomas Trüschler, Marie Louise Kitzmüller, Sonja Reichelt, Ruben Hagspiel, Gabi Hartisch, Petra Winklbauer, Daniel Lambach und Simone Lucia Birkner.

Zwei Texte von mir gibt es hinter den Türchen. Das – ach ja, „mal-eben-schnell-einen-Text-einsprechen“ uferte zum mehrstündigen Desaster aus. Bis ich dann DIE EINE Aufnahme hatte, auf der keine Katze miaut, keine Hausschuhe auf dem Boden knarren, niemand anruft und mein Magen nicht laut vernehmlich dazwischen knurrt… ja. Da muss man schon froh sein wenn man die bekommt… so froh, dass man über das Luxusproblem der perfekten Satzgestaltung nicht mehr nachdenken darf, sonst müsste man wieder von vorn anfangen.😉

Freue mich wenn jemand hören kommt! – hier entlang

Andventliche Grüße,

Eure Simone Lucia

Humorvakuum

Liebe Leute,

Vor vier Jahren habe ich ein kleines Experiment gestartet. Es heißt:

das Humorvakuum.

Worum es sich dabei handelt, steht in einem Text, der in einer kleinen Zeitschrift veröffentlicht wurde – ich weiß gerade nicht ob ich meine Rechte daran abgetreten habe… deshalb poste ich ihn vorsichtshalber nicht vorneweg, wer weiß.

 

Den Folge-Text mag ich zwar nicht besonders, aber bevor er für immer verstaubt, kommt er einfach auf diesen Blog. Also:

 

Die kleine Geschichte vom Reisigbesen – Oder die Problematik der Formgebung

 Möglicherweise interessiert es den einen oder anderen tatsächlich, was bei meinem ersten Versuch mit dem Humorvakuum herausgekommen ist. Ja. Möglich wäre es immerhin. Gottseidank kann niemand sehen, wie verlegen ich hinter der Tastatur herumdruckse. Also, ganz ehrlich, das Ergebnis ist relativ gruselig. 

Mit größter anzunehmender Wahrscheinlichkeit, hat sich in die Unschuld MEINES Vakuums(!) irgendein besonders schadenfreudiges Wesen hineingeschlichen, das sich jetzt dezent in den Ärmel kichert. Ja, lach nur. 

So, die Geschichte. Ich also furchtbar konzentriert auf das Vakuum, vergesse alles um mich herum und übersehe gänzlich, dass sich der Inhalt leider in die völlig verkehrte Form ergießt, nämlich in Gedichtform. 

Aber damit nicht genug. 

Als dann die erste Euphorie, überhaupt ein Ergebnis mit dem Vakuum erzielt zu haben, langsam verflogen ist, bemerke  ich das ganze Ausmaß der Katastrophe: Das sogenannte Gedicht kommt in Reimform daher!

 Irgendwie werde ich das mulmige Gefühl nicht los, vielleicht schafft ja doch ein Anderer meine Werke? 

Zudem scheint dieser Jemand treffsicher zu wissen, womit er mich so richtig ärgern kann – nämlich mit Reimgedichten – die ich obendrein ziemlich glaubhaft selbst geschrieben habe. So etwas würde ich bei klarem Verstand nie tun! (Selbstverständlich schätze ich Reimgedichte von guten Dichtern, sehr sogar!) Alle anschließenden Notoperationen, um den Inhalt aus dieser Form herauszuskalpieren, scheitern partout. 

Ein schrecklicher Gedanke befällt mich: Was wäre, wenn ich noch nie der Schöpfer meiner eigenen Texte gewesen wäre? Gruselig, nicht? Die Hoffnung, gleich aus einem Traum zu erwachen, erweist sich leider als unzutreffend. Dennoch drängt sich mir folgende Erkenntnis auf: Wir tun immer so, als wüssten Kunstschaffende immer haargenau was sie gerade gestalten. Ha! Von wegen! Gerade an dieser Stelle sollten wir durchaus etwas bescheidener sein. Die Wahrheit ist, Sie wissen bestenfalls hinterher, was sie getan haben! 

Danach hatte ich das Gefühl, mit ziemlich heller Stimme rufen zu müssen – oh, Mama, Papa schaut, ich habe einen Reisigbesen gemalt! Ja stimmt. Sieht wirklich aus wie ein Reisigbesen. 

So kann es nicht weiter gehen. Jedenfalls habe ich danach meine Sachen gepackt, um ganz offiziell in die Formfindung einzuziehen. Schließlich will ich eines Tages Herr sein, über meine eigenen Schöpfungen..

Hier das Ergebnis aus dem Versuch mit dem Humorvakuum.

 

Der Reisigbesen und die Norm

Es weste einst

ein kleines Wesen

ganz wesentlich 

in einem Reisigbesen.

 

Es weste hie und weste dort

(wie schon erwähnt),

„höchst wesentlich“ in seiner Norm,

voll Hingabe an seine Tat

goß sich´s ganz aus in seiner Form.

 

Doch eines Tags, bei Sonnenschein,

traf dieses Wesen große Pein – 

es wuchs heraus aus seiner Form –

trotz seinem besten Willen,

konnt es die Norm nicht mehr erfüllen.

 

Da wunderts sich von grün nach rot,

in seiner allergrößten Not

steigt es heraus um zu besehn,

was dies verursacht hat:

 

was muss es sehen, ach oh graus!

Aus seiner selbst erschaffnen Form,

blickt ganz ersichtlich voller Zorn,

sein eigen Unwesen heraus!

 

erschüttert ruft das Wesen:

In meiner Form, dem Besen,

treibst in meinem Rücken Du

mein eigenes Unwesen?!Hu!

 

Jetzt steig heraus, sonst ist es aus!

 

Das Unwesen nun voller Scham,

es blickt gepflegt zu Boden

mit leiser Stimme fragt es: Und –

wo soll ICH fortan wohnen?

 

Da wiegt das Wesen maßvoll seinen Kopf.

Voll Mitleid spricht es zu dem armen Tropf:

Wohn Du statt mir in meiner Norm,

ich such mir stets ´ne neue Form!

 

So ward der Reisigbesen

von seiner Norm genesen.

*
*
*

 

Ratschlag an mich selbst

Auf der niemals endenden Suche nach Wahrheit behalte dir immer ein Augenzwinkern in der Tasche

wenn du einen Standpunkt einnimmst, sei dir im Klaren,

dass das Stehenbleiben

nur einen eingeschränkten Blickwinkel bietet.

Allein um die Kehrseite zu sehen, musst du ihn schon wieder verlassen..

Wahrheit lässt sich nicht besitzen.

Misstraue jedem der das von sich behauptet, inklusive dir selbst.

werde erst richtig misstrauisch, wenn du dir deine eigene Meinung nicht gegenüberstellen kannst, als sei sie die Meinung eines Anderen – es kann niemals

die ganze Wahrheit sein.

bleibe niemals stehen oder

wachse wenigstens

über dich hinaus

 

Auf der blauen Schulter einer Indigonacht

04FD9B19-2D17-4475-99B9-08129573027EHallo ihr Lieben…!

Ein schlappes halbes Jahr später ist es soweit –

Das Chagall-Experiment nimmt seinen Lauf… jetzt bin ich so gespannt, ob man denn tatsächlich sogar das Bild erkennen könnte, (als Nicht-Verfasser dieses Textes) aus dessen längerer Betrachtung dieser Text entstanden ist… ???

also ratet fleißig und postet was ihr glaubt gefunden zu haben, einfach in die Kommentare…! 😊🌞 Anschließend werde ich es auflösen und das betreffende Bild unten einfügen. Ich freue mich schon auf eure Ergebnisse…!

jetzt hier der Text:

 

Auf der blauen Schulter einer Indigonacht

 

I

Den purpurnen Wein 

unserer anschmiegsamen Stunden, 

die Stadt trank ihn 

ganz aus 

in dieser Nacht. 

 

 

II

Die Stadt trank und trank

und vielleicht 

sang die Nachtigall 

damals, 

perlenbesetzte Strophen 

zu unseren blühenden Stunden – 

Stunden einer Indigonacht. 

 

 

III 

Die Bläue schlief schon

fest 

in den gläsernen Konturen der Stadt 

doch dein Haar, dein Gesicht, 

dein Duft 

aus meiner Erinnerung,

 

lag über allem 

 

 

IV

lag in allen Variationen des Blau, 

fiel in schimmernden Strähnen 

auf die entblößte Schulter 

der Indigonacht.

 

 

 

V

Immerzu der Griff 

meiner Hand 

nach deinem Duft 

 

vergeblich 

unter dem blutgetauchten Mond, 

der dem Horizont der Hoffnung 

entstiegen war

 

und über das tieferliegende

Blau 

unserer verbleibenden Stunden 

sprang 

 

 

 

VI

Immerzu dein Duft, 

dein Gesicht, 

anschmiegsame Erinnerung 

und doch nicht zu zähmen 

 

die Früchte des Abends 

blieben unberührt.

*
*
*
*

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Das gesuchte Bild: „Champs de Mars“, 1954-55, man findet es auch unter „ein Pariser Traum“ im Internet. Der Titel ist gleichzeitig der Name eines Parks in Paris. Gerade in dem Moment als ich das Foto gemacht habe, hat meine Pfingstrose Blüten gelassen, das war also kein absichtliches Arrangement…😊

Wald-Miniaturen-Aquarell-Phase

Ihr Lieben,

gerade springen mir die Worte über den Stift hinweg und wollen einfach nicht aufs Papier… derweilen habe ich meine Wald-Impressionen  in einer Aquarell-Miniaturen-Phase mehr so visuell untergebracht. Pilze. Klee und Füchse. Ach ja und Schnecken nicht zu vergessen.. (Die Füchse hängen allerdings woanders)

Solange ziehe ich los, mit dem Schmetterlingsnetz. Bin dann mal auf Wortefang…

demnächst gibt es hier wieder mehr Buchstaben, versprochen!

liebste Herbstwaldgrüße,

eure Simone Lucia

Was hilft (Vielleicht)

Das Herz entknittern –
aber

lass ihm seine
Ecken und Kanten

Zerzauste Gefühle
sortieren und einordnen

Vor jeden guten Gedanken
ein Pferdchen spannen

Dort wo jemand versucht hat
dich zu pflücken

aufrichtig sein und
Dornen wachsen lassen

Die Arme weit ausbreiten
für das Schicksal das kommt

Offene Wunden
unter eisige fließende Zeit halten

und frisch verbinden
mit der Schönheit der Vergänglichkeit

Einen nackten Fuß
knöcheltief
ins Blaue setzen

Die fließende Zeit voll aufdrehen

und in der Kälte trotzdem blühen

doch nie wieder

nie nie mehr

die Blüte schließen

 

Lavendelmorgen

Es werden diese
Nächte gewesen sein.

Nächte,
die der Morgen nur
ein wenig
beiseite schob,

um Felder zu pflanzen
auf den Wangen der Wolken,

Felder mit leuchtendem Lavendel.

Nächte, die
aus unseren Träumen fielen
so zart und so lautlos

fielen sie
zwischen unsere Sätze

bis der Morgen
uns ins Wort fiel,
nicht ausreden ließ.

Diese Nächte
ließen wir stehen,

nicht beendete Sätze
im rauhen Novemberwind.

Der November verblühte
und der Lavendel des Morgens

längst geschnitten
mit der Sichel des Mondes.

Vielleicht habe ich nur
ein Sommerherz
das in deinem kalten Winter
zu sehr friert

Und vielleicht
sind wir nur
ein angefangener Satz

weit über den zarten Wangen
der Wolken

im kalten Wind des November.