Variationen in Fernweh

 

Sind nicht
alle Meere
tausendfach umsegelt

der Orbit
aufgeteilt in Quadranten

beinahe alle Sterne
benannt

 

Ist nicht
alles Land
vermessen

alle Kontinente
entdeckt

der Mond
kartografiert

alle Pfade
schon begangen

 

und trotzdem
sehnst du dich nach
dem ewig unbenannten Land?

brich auf
in die Fremde
in dir

21 Gedanken zu “Variationen in Fernweh

    • Danke dir!
      …Naja… Text ist noch nicht so ganz ausgereift. Fernweh nach dem „noch-nie-dagewesenen“ in uns selbst vielleicht.
      Finden wir uns selbst nicht eher in der Welt? Und darum die Welt eher in uns selbst.. ich hab einen Satz dazu rausgestrichen; vielleicht sollte ich ihn wieder reinnehmen.
      Danke für dein Feedback!!!
      Liebe Grüße

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  1. Hallo Simone Lucia,

    jedes Mal, wenn ich mehr oder weniger per Zufall auf Deine Seite stolpere, fassen Deine Worte und Bilder mich an. Bei Deinem Gedicht kommt mir spontan Goethes Märchen in den Sinn und wie wichtig es ist, über jene Brücke zu gehen. Ja, es lassen sich so viele neue Spuren gehen.

    Jetzt lass ich mich aber endgültig bei neuen Beiträgen informieren 🙂

    Liebe Grüße,
    Johannes

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  2. Ein so reizvoller Impuls, die Sehnsucht nach dem Fernen in das Naheliegende zu wenden – gibt der Suchrichtung eine wunderbar unabsehbare Wendung…Chesterton schrieb einmal über das Subjekt, das sich ferner ist als die entlegendste Galaxie – und ich muss an Novalis denken, an den „geheimnissvollen Weg, der nach innen führt“ – all das legt Dein Gedicht auf so schlichte und eindringliche Weise in die Hände.

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  3. Man kann vielleicht alle Wege gehen,alles erkunden und alles sehen,vielleicht aber niemals werden alle Gedanken gedacht und alle Trüme geträumt sein.Sehr schöne Gedanken von dir,noch schöner in Schrift gebracht.Danke, hat viel Spaß gemacht diese Zeilen mit zu leben.

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  4. Schön: Aufbruch in die Fremde in mir selbst. Ich stelle mir das Leben vor als eine Kette von Erlebnisräumen. Am Eingang eines jeden Raums steht das Leben und lässt dich deine Hände zeigen. Und nur wenn deine Hände leer sind, darfst du eintreten ins unbekannte Dunkel und wirst beschenkt durch eine Lebensfreude. Sind deine Häbde nicht leer, bleibst du außen vor und musst Vorlieb nehmen mit Genuß oder Vergnügen. Und am Ausgang jedes Erlebnisraumes steht der Tod und fordert dich auf, deine Hände herzuzeigen und alles abzugeben, was du mitnehmen möchtest aus der erlebten Freude. Willst du den Tod betrügen und deine Hände nicht leeren, nicht loslassen, was du Schönes erlebt hast, dann betrügst du dich selbst um das Geschenk einer weiteren Freude in einem.nächsten Erlebnisraum. Das ist diecSehnsucht nach der Fremde in mir: die Sehnsucht nach einer neuen, unerwarteten Freude im Dunkel eines nächsten Erlebnisraumes.

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    • Ja, dein Bild kann ich nachvollziehen.. Erlebnisräume in die du dich hinein metamorphosierst und vom vorherigen gänzlich befreien lässt, durch den Tod.
      So wie die Pflanze beispielsweise erst ihr Wachstum hergeben muss um dann reifen zu können.
      Danke dir, für dein umfangreiches Feedback, lieber Andreas!

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      • Ja damit geht es mir genauso. Ich mag es mich auseinander zu setzen, so weit auseinander, dass jeder für sich selbst stehen muss und darf und keiner in Versuchung kommt sich auf den anderen zu stützen, wo Selbständigkeit gelebt werden kann.

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      • Auseinandersetzen: aus- einem- anderen heraus setzen. Das Wort ist interessant. Danke für den Anstoß. Es setzt einen Zustand voraus, in dem man mit einem anderen oder einer Sache – vermischt war, in ihr drin war. Oder sie/es in einem war.
        Für sich selbst stehen ist gut. 😊 es gibt nichts besseres.

        wie aber kommt man dazu? Wie machen wir das? Der Säugling beispielsweise, zieht sich immer wieder an Gegenständen hoch, die fest stehen oder an den Beinen von jemandem, der es schon kann: fest selbst stehen. Irgendwann wird er loslassen und zunächst einmal das fallen lernen. Nach dieser Erfahrung wird er sich noch eine weile gelegentlich abstützen, wenn er merkt dass er gleich fallen wird. Bis er dann tatsächlich frei selbst stehen kann. Was für ein Prozess!
        Ja so komme ich mir eigentlich vor, wenn ich ein philosophisches Werk lese: daran hochziehen wie ein Kind und diese spezielle Denkweise aneignen, bis man mit ihr selbst vielleicht sogar weiterdenken kann.
        Insofern würde ich persönlich das Abstützen weniger als Versuchung, sondern als vorübergehenden notwendigen Entwicklungsstand betrachten, auf dem Weg zur tatsächlichen Selbständigkeit.

        Bin aber offen meine Meinung über den Haufen zu werfen oder um einen anderen Blickwinkel zu erweitern!
        In diesem Sinne, zeige mir wie die Versuchung des Abstützens aussehen kann…!😊
        Herzlich,
        Simone

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      • Haha, ja hast schon recht mit dem was du schreibst. Ist ein Entwicklungsprozess, es gibt die Zeit des Abstützens UND die Zeit der Selbständigkeit. Daher auch der Nachsatz, die Versuchung ist manchmal da, wo man Selbständigkeit schon leben könnte, aber denkt, dass man es nicht könnte. Es ist gesund, sich abzustützen wo ich noch nicht stehen kann und gesund, da selbst zu stehen wo ich stehen kann. Und neurotisch, wenn ich da.nicht stehen will, wo ich es könnte, eben weil ich denke es könnte.es nicht. Und genauso.neurotisch wäre es zu versuchen, da selbst stehen zu wollen ,wo ich es noch nicht kann. Es ist schön, nebeneinander durchs Leben zu gehen, ohne sich gegenseitig stützen zu müssen. Aber das verlangt auch eine gewisse Reife, und vor der Reife liegt ja die Zeit des Wachstums, haha, da braucht es auch mal ne Stütze, damit man nicht in die falsche Richtung wächst. Ich danke dir für den anregenden Gedankenaustausch.Andreas

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